1. Schneiden
Das Acrylglas kann man mit einer üblichen Vorrichtung für die Holz- oder Metallverarbeitung oder auch mit Laser schneiden. Meistens werden die Kreissägen für das direkte Schneiden sowie die Bandsägen für das Schneiden von gekrümmten Formen verwendet. Die Bandsäge eignet sich besser zum Schneiden von den zur weiteren Bearbeitung bestimmten Halbfabrikaten, weil zu einem solchen Zweck die hohe Schnittgenauigkeit nicht notwendig ist (zum Schneiden von Gussacryl wird eine Bandsäge mit der Drehzahl von 700–800 m/Minute verwendet). Zum Erreichen einer genauen und glatten Oberfläche beim Schneiden von komplizierten Formen wird die Verwendung eines Fräsers empfohlen. Mit der Kreissäge wird ein gerader, genauer Schnitt erzielt (beim Schneiden von Gussacryl stets die Kreissäge mit verstärkten Scheiben aus Carbid und mit der Drehzahl von 800 – 1200 m/min verwenden.). Beim Ausschneiden von feinen Formen eignet sich besser die Handsäge für weiche Metalle. Man kann auch Dekupiersägen benutzen.
Zum Erreichen der sauberen Oberflächen der Schnitte sind hochtourige Sägen ohne Vibrationen zu verwenden. Bei den hohen Drehzahlen des Schneidens und bei der Mindestgeschwindigkeit des Vorschubs wird die höchste Qualität erzielt. Beim Schneiden von Decoracryl mit Kreissägen mit hoher Drehzahl werden die Drehzahlen der Scheibe von 4000 U/min empfohlen. Bei der Arbeit empfehlen wir, Scheiben mit einem Durchmesser von 250 mm aus Schnellarbeitsstahl oder mit Schneiden aus Hartlegierung zu verwenden. Um Deformationen zu vermeiden, sollten die Zähne der Säge keinesfalls beschädigt sein. Die Schnittoberflächen der Geräte sollten ordentlich eingeschliffen sein. Bereits leicht abgenutzte Geräte können unreine Oberflächen der Schnitte sowie die Beschädigung des verarbeitenden Materials oder des Gerätes verursachen. Das Schneiden mit dem Laserstrahl hat zahlreiche Vorteile: ausgezeichnete Genauigkeit des Schneidens, wenig Abfall, ein Schnitt höchster Qualität mit kleinsten Ansprüchen an Polieren. Diese Methode verursacht allerdings die Entstehung von hohem Innendruck im Material, aus diesem Grund wird die nachfolgende Verklebung solcher Oberflächen nicht empfohlen.
2. Bohren
Das Bohren von Decoracryl erfolgt mittels stationärer oder tragbarer Bohrmaschinen mit speziellen Bohrern für weiche Metalle aus Schnellarbeitsstahl, die für das Bohren von Decoracryl speziell eingeschliffen sind. Man kann einen Spiralbohrer mit dem Öffnungswinkel der Spitze von 60-90º verwenden. Das Einschleifen des vorderen Winkels sollte im Bereich von 4º bis 90º liegen. Nur so kann die Abbrechung in der Umgebung der Öffnungen beim Herausziehen des Bohrers aus der Platte verhindert werden. Der hintere Winkel α sollte mindestens 3º betragen. Beim Tiefbohren wird empfohlen, den Bohrer öfters herauszuziehen um Schnittgrat zu beseitigen, und zwecks Einschränkung der Erwärmung des Materials.
Beim Bohren von Decoracryl lassen sich Metallbohrer aller Art verwenden. Die Durchmessertoleranz des Bohrers beträgt +0,05 mm unter Berücksichtung des Durchmessers der Öffnung. Um die Erhöhung des Innendrucks beim Bohren zu verhindern, ist die Kühlung des Schneidegeräts sowie des Materials durch Kühlflüssigkeit oder durch Druckluft zu sichern.
3. Fräsen
Mit einer Fräseeinrichtung kann man: die Ränder der Sägeschnitte abarbeiten, gerundete Formen und gekrümmte Oberflächen schaffen sowie die Kanten der vorher gebildeten Profile facettieren. Durch Fräsen lassen sich ebenfalls verschiedene Ausladungen beseitigen. Für die Bearbeitung von Decoracryl kann man die üblichen Fräseeinrichtungen mit einer höheren Schneidegeschwindigkeit verwenden. Als Einrichtungen werden üblicherweise der Walzenfräser mit einer Klinge sowie die großen Fräser mit zwei Klingen oder der Einstechfräser verwendet, durch die der Schnittgrat ausgezeichnet beseitigt wird.
4. Ritzen
In den meisten Fällen wird das Ritzen mittels einer Trennschleifmaschine durchgeführt, die an den Scherenstromabnehmer angebracht sind, und die mit Fräsern mit einem kleinen Durchmesser (2 - 6 mm) und mit verschiedenen Profilen ausgestattet. Man kann auch die Laserschneidemaschinen verwenden, durch die der Schleifprozess dank Beschränkung der tiefen Wirkung des Laserstrahls ermöglicht wird.
5. Schleifen
Grobe oder mangelhafte Oberflächen, z. B. mit Kratzer, werden mit Nass-Schleifpapier aus Korund geschliffen. Das Schleifen ist schrittweise mit immer feineren Körnern durchzuführen. Wir empfehlen ein Vorgehen in 3 Phasen:
- grob, Körnung 60
- mittel, Körnung 220
- fein, Körnung 400–600
Alle Tätigkeiten werden entweder manuell oder mit Poliermaschinen durchgeführt.
6. Polieren, Ebnen
Die Schnittkanten und die matten Oberflächen lassen sich mechanisch mittels Diamantschneider polieren. Es ist besser, das Polieren der größeren Oberflächen nicht durchzuführen, weil es sich um ein anspruchsvolles Verfahren handelt, nach dem sehr oft leicht erkennbare Spuren bleiben. Im Falle eines gekrümmten Schnitts wird das Feuerpolieren empfohlen.
7. Thermoformung von Decoracrylat
Vor der Formung ist ein vorläufiges Wärme - Austrocknen des Kunststoffs erforderlich, um die Blasenbildung bei dem fertigen Gegenstand an den Biegestellen zu vermeiden. Das Austrocknen ist notwendig, weil während der Lagerung oder des Transports des Materials zum Eindringen von Feuchtigkeit in kleinen Mengen gekommen sein konnte. Das Austrocknen erfolgt entweder in einer Trockenkammer mit der Zirkulation der Heißluft (normalerweise bei der Temperatur von 75 – 80°C innerhalb von 1–2 Stunden auf jeden Millimeter der Dicke, bei großem Feuchtigkeitsgehalt reicht das Austrocknen innerhalb von 24 Stunden) oder mittels Infrarotstrahlung bei einer Temperatur von 75 bis 80°C innerhalb von 1–2 Stunden auf jeden Millimeter der Dicke.
Stimmt die Endform mit der gewünschten nicht überein, kann das Material wiederholt erwärmt und die Form abgeändert werden. Guss - Decoracryl (Classic, Lux und Light) „merkt sich“ seine Form und bei der wiederholten Erwärmung wird die ursprüngliche Form wieder erneut. Bei dem Guss – Decoracryl ist dies nur dann möglich, wenn das Material nicht verlängert wurde. Vor Erwärmung ist es notwendig, bei dem Guss - Decoracryl die Schutzfolie herunterzunehmen, während bei dem Pressstoff sie an bleiben kann.
Bei der Thermoformung verhalten sich diese zwei Materialien verschieden. Zum Erreichen der Deformierung von Guss - Decoracryl ist ein erheblicher Druck notwendig, bei dem Press - Decoracryl ist die Formung ganz leicht und ohne besondere Mühe möglich (empfohlene Temperaturspanne von 75 - 80°C (in der Vakuumkammer), Dauer der Erwärmung – 3 Minuten auf jeden Millimeter der Dicke des Materials). Für die Erwärmung von Guss - Decoracryl vor der Formung die Anlage zur Bildung von gleichmäßigem Temperaturfeld verwenden, wo der Temperaturunterschied auf der Plattenebene nicht 3°C übersteigt. Bei der Formung das Material innerhalb von 3–4 Minuten auf einen Millimeter der Dicke mit der Temperatur von 95 – 100°C erwärmen (in der Vakuumkammer). Die Guss- und Press - Acryl – Kunststoffe verhalten sich bei der Erwärmung verschieden. Bei den Guss – Acryl – Kunststoffen ist die gleichmäßige Schrumpfung höchstens um 2% möglich, in allen Richtungen gleich (die Stärke der Platte erhöht sich dementsprechend). Der Press - Acryl – Kunststoff – von 3 bis 6% in der Pressrichtung und von 1 – 2% in der Querrichtung (bei der Platte 2 m x 3 m ist die Pressrichtung 3 m). Der Guss - Decoracryl verträgt leicht die ungleichmäßige Erwärmung von 10 – 15°C (Plexiglas überhitzt, zum Unterschied von dem gepressten platzt nicht und bricht an der Stelle der Deformation nicht ab), beim Pressen kann der Unterschied der Erwärmungs-Temperatur das Auftreten von erheblichem Druck im Material verursachen.
Ist die Durchführung der Formung der Dekorationsplatten Anli erforderlich, ist im Voraus die Vorbereitung des Presswerkzeugs notwendig, d.h. der Form/Gestalt, die bei dem Endprodukt erzielt sein soll.
Nach der Wärmeverarbeitung, wird das Material in der Vakuumkammer in das Presswerkzeug platziert und geformt. Das Material abkühlen lassen und die Form bleibt dabei erhalten.
Tabelle der vom Herstellerbetrieb empfohlenen Temperaturen
| Produktpalette | Temperatur zur Erwärmung, °С | Zeit zur Erwärmung von der Dicke abhängig |
| Classic Collection |
95-100 |
Für die Dicke von 1 mm 3 Minuten |
| Luxe Collection |
95-100 |
Für die Dicke von 1 mm 3 Minuten |
| Deluxe Collection |
75-80 |
Für die Dicke von 1 mm 3 Minuten |
| Light Collection |
55-70 |
Für die Dicke von 1 mm 3 Minuten |
Wenn die Biegung der flachen Platte Anli in gerader Richtung notwendig ist, wird es reichen, die lokale Erwärmung des Kunststoffs der Biegeachse entlang mittels eines oder mehreren direkten Erwärmungselemente durchzuführen, zum Beispiel mit Hilfe des Chrom-Nickel - Strangs.
Die Formen (Presswerkzeug und Pressstempel) werden aus verschiedenen Materialien hergestellt: aus Holz, Gips, Aluminium, Stahl. Die Thermoformung lässt sich ganz einfach durch Platzierung des erwärmten Kunststoffs auf eine konvexe oder konkave Form durchführen und durch die Gravitation wird die anschließende Formung gewährt. Die Formung der Kunststoffe kann man auch durch freies Einziehen in der Vakuumkammer oder durch freies Ausblasen durch Pressluft durchführen, beides sowohl mit als auch ohne Formen.
Um die Bildung von Innendruck zu vermeiden, sollte die Abkühlung möglichst lang und gleichmäßig sein. Um die erzielte Form zu erhalten und die nachfolgende Deformation zu vermeiden, muss das Produkt in dem Presswerkzeug so lange bleiben, bis es auf die Temperatur von 60 – 70°C abgekühlt wird. Bevor das geformte Produkt mit Lösungsmitteln in Berührung kommt, z. B. mit einer Farbe oder mit einem Klebstoff, sollte es der Thermoaushärtung zwecks der Drucksenkung unterzogen werden.